Rotting Food ­čç║­č窭čçČ­čçž

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Nutrition is one of my horror topics, since ME took hold.
There is of course the issue with food allergies and intolerances that probably has been written about enough already.

But for me, there is much more that makes it difficult to get food to my home, my fridge, my tummy.
The first additional problem I noticed, was, that I felt unable to wish for foods. When I thought about it, I came to the realization, that my supermarket, corner shop, even the displays of the sellers ar farmers market had no real representation within my mind anymore.

When I first fell ill, my carer told me, which supermarkets she would be able to go to and I went through it virtually, knew what food was placed in which isle and what kind of veggies and fruits would be on offer.
This works quite well, when you’ve actually been there a few weeks or even month before.
But after years, the supermarket chain closed, another one popped up. Your favorite old farmer has gotten ill himself and the younger generation switched your favorite kind of lettuce for a kind that is less demanding to harvest and more hip at this particular time.

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I have no idea, if everyone housebound would find himself in this situation, at least potentially those as visual, imaginative as myself.
They say, TV commercials shape, what you want to eat, because you see it. I need to see food before I know, that I want it too.
I can’t watch TV and I also have no intention of getting myself into craving artificially coloured and flavored cheerios.
But when I found places to order groceries and get them delivered, it got easier. They had for example a picture of a Braeburn apple and below you could chose, how many.
Worked well for me. The delivery fee was not super great for my budget, but hey, you’ve got to make sacrifices.

This way I was actually able to chose what I wanted and get it to my flat. My husband gently put the foods away.

Now the next problem started to show. Several times he had to clean out fridge compartments, because something had started to rot.
I found out that for me, the fridge door and the department down low, where our veggies are kept are still pretty much invisible. And my memory is so faulty and has let me down so many times, that I wouldn’t even believe it, if it told me, there were young carrots inside.

Adding to that, I also very often have got myself out of emotional pain by stopping to want those things out of reach, that it seems to work unconciously against me.
The carrots as well as Kohlrabi have to be peeled, which I can’t do without risking a bloodbath, as my fingers are quite numb. (Not a common ME symptom, but somehow infection and immunoligically caused vasculitis have damaged my sensory nerves.)
So even if the carrot came to my mind when hunger struck, I’d probably not go for it.

My lovely husband just told me, I should just ask for it.
Yeah, I probably should. But while “Asking for stuff” would make a good topic for another blog entry some time, I most of the time would have no idea what to ask for.

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We haven’t developed a solution yet. Maybe I will get some raw veggie sticks later, which I will happily eat.
But as my lovely husband is not all about routines and always preoccupied with fighting for something I need but got rejected by docotors offices, insurance or the social agency, it might be forgot again.

But as we are creative people, we will keep conquering this and all the other problems that, when you are disabled and/or chronically ill, tend to pop up like the moles in the “whack a mole”- archade game.

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Vergammelte Speisen ­čçę­čç¬

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Ern├Ąhrung ist eines meiner Horrorthemen, seit die ME sich eingenistet hat.
Da gibt es nat├╝rlich die Sache mit den Nahrungsmittelallergien und -intoleranzen, wor├╝ber wahrscheinlich schon genug geschrieben wurde.

Doch f├╝r mich gibt es da noch viel mehr was erschwert, Essen nachhause, in meinen K├╝hlschrank und in meinen Magen zu bekommen.
Das erste zus├Ątzliche Problem das ich bemerkte, war, dass ich es nicht mehr schaffte, Essensw├╝nsche zu bilden. Als ich so dar├╝ber nachdachte, kam ich zu dem Ergebnis, dass mein Supermarkt, Laden an der Ecke und sogar die Auslagen der Verk├Ąufer auf dem Wochenmarkt, keine Repr├Ąsentationen in meiner Wahrnehmung mehr haben.

Als ich erkrankte, sagte mir meine Pflegerin, zu welchem Superm├Ąrkten sie es schaffen w├╝rde zu gehen und ich ging diese im Geiste durch, wusste, welche Nahrungsmittel in welchen G├Ąngen zu finden sein w├╝rden und welche Sorten Gem├╝se und Obst dort angeboten sein w├╝rden.

Das funktioniert prima, wenn du wirklich einige Wochen oder sogar Monate vorher dort warst.
Doch nach Jahren ist die Supermarktfiliale geschlossen, eine andere hat er├Âffnet. Dein Lieblingsbauer ist selbst krank geworden und die j├╝ngere Generation hat deine Lieblingssalatsorte gegen eine ausgetauscht, die leichter zu ernten und grade angesagter ist.

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Ich habe keine Ahnung, ob jeder Hausgebundene das so erlebt, aber ich denke, die, die so visuell und imaginativ wie ich sind, vermutlich potenziell schon.
Es hei├čt, dass Fernsehwerbung bestimmt, was du essen willst, weil du es siehst.
Ich muss Nahrungsmittel auch erst sehen, bevor ich wei├č, dass ich Lust drauf habe.
Fernsehen kann ich schon lange nicht mehr, au├čerdem habe ich kein Interesse daran, mir Lust auf k├╝nstlich gef├Ąrbte Fruit Loops anzutrainieren.

Als ich herausfand wie man Lebensmittel online einkauft und liefern l├Ąsst, wurde es etwas leichter.
Dort gab es zum Beispiel das Bild eines Braeburn Apfels und darunter konnte ich w├Ąhlen, wieviele davon ich m├Âchte. Das funktionierte gut f├╝r mich.
Die Lieferkosten waren zwar nicht toll f├╝r mein Budget aber na ja, man muss wohl Opfer bringen.

Auf diese Weise konnte ich wirklich aussuchen, was ich begehrte und es wurde in meiner Wohnung gebracht.
Mein Mann r├Ąumte freundlich alles ein.

Doch nun zeigte sich das n├Ąchste Problem. Einige Male musste er K├╝hlschrankf├Ącher putzen, weil etwas begonnen hatte zu gammeln.
Ich fand heraus, dass die K├╝hlschrankt├╝r, ebenso wie das Gem├╝sefach ganz unten, wo das Gem├╝se aufbewahrt wird, f├╝r mich immer noch sehr unsichtbar sind. Und dass ich meinem fehlerhaften Ged├Ąchtnis, das mich so oft hat h├Ąngenlassen hat, vermutlich nicht einmal glauben w├╝rde, w├╝rde es mir mitteilen, das dort drin junge Karotten lagern.

Ebenfalls habe ich mich so oft aus meinem emotionalen Schmerz gerettet, indem ich aufh├Ârte, etwas zu wollen, was au├čer Reichweite ist, dass dies scheinbar unbewusst gegen mich zu arbeiten scheint.
Die Karotten und auch der Kohlrabi muss gesch├Ąlt werden, was ich nicht mehr hinbekomme, ohne dabei ein Blutbad anzurichten, da meine Finger taub sind. (Kein sehr h├Ąufiges ME Symptom, aber irgendwie haben Infektionen und eine immunologisch bedingte Vaskulitis es geschafft, meine sensorischen Nerven anzugreifen.)
Deshalb w├╝rde ich, k├Ąme mir eine Karotte in den Sinn, vermutlich nicht losziehen.

Mein liebevoller Ehemann sagte mir eben, ich sollte einfach darum bitten. Ja, das sollte ich wohl.
Aber w├Ąhrend “Um Sachen bitten” sicher ein gutes Thema f├╝r einen zuk├╝nftigen Blog Beitrag herg├Ąbe, habe ich die meist Zeit wirklich keine Ahnung, worum ich bitten k├Ânnte.

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Wir haben noch keine L├Âsung entwickelt. Vielleicht bekomme ich sp├Ąter ein paar Rohkost Gem├╝seschnitze, die ich dann gerne essen werde.
Aber da meinem liebevoller Ehemann Routinen schwerfallen und er stets den Kopf voll hat mit Themen, die mit Dingen zusammenh├Ąngen, die ich dringend ben├Âtige und die von Arztpraxen, Versicherungen oder dem Sozialamt abgelehnt wurden, k├Ânnte es leicht in Vergessenheit geraten.

Aber da wir kreative Menschen sind, werden wir weiter versuchen, dieses und all die anderen Probleme in den Griff zu bekommen, die, wenn du behindert und/oder chronisch krank bist, dazu tendieren, aus dem Nichts aufzutauchen wie die Maulw├╝rfe in diesen “Hau den Maulwurf” Kirmesbuden Spielen.

 

 

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­čçę­čç¬ Herbst Blues

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Irgendwie ist der Herbst gekommen, bevor ich es geschafft habe, an meine Dosis Sommer zu gelangen.

Ich liebe den Sommer.
Ich w├╝rde auf weite Spazierg├Ąnge, oder zum Schwimmen gehen oder mich mit Freunden treffen zu Musiksessions im Freien.
Diesen Sommer war ich nur einmal privat* drau├čen, auf dem Sommerfest des Bioladens hier im Viertel, der sein 30stes Bestehen feierte. Ich war entz├╝ckt dar├╝ber, B├Ąume und Bekannte zu sehen.

Daf├╝r bin ich dankbar. Bin ich wirklich! Aber ich f├╝hle eine Sehnsucht nach Sommer, Feiern und B├Ąumen in meiner Seele, die schon an Gier grenzt. Sie ist wie ein wildes Tier. Sie kann nicht gez├Ąhmt werden.

Nun wo der Herbst da ist mit seinen Regeng├╝ssen, St├╝rmen und sch├Ânen Farben, f├╝hle ich,
wie Melancholie in mir aufsteigt.

Ich habe den Herbst immer sehr gemocht und etwas weniger Hitze sollte mir auch gesundheitlich ganz guttun. Vielleicht.

Dennoch sp├╝re ich, dass mir noch eine ganze Menge Sommerfreude fehlt und ich kann mich nicht mal mit Herbstspa├č ablenken. Denn ist stecke noch immer ganz doll hier im Bett fest.

Ich kann den Sturm h├Âren. Daher wei├č ich, dass es nicht mehr Sommer ist.
Und ich habe bemerkt, dass ich fast so oft um W├Ąrmflaschen, wie um Coolpacks habe bitten m├╝ssen.
├ťberhaupt habe ich ├Âfter bitten m├╝ssen. Mein K├Ârper ist nicht gut darin, sich an sich ├Ąndernde Umst├Ąnde anzupassen, sei es auch nur der Jahreszeitenwechsel.

Mal sehen ob ich es schaffe, mich an den Herbst zu gew├Âhnen, ehe es Winter wird.
Drauf wetten w├╝rde ich nicht.
Ich hab den Herbst immer gemocht.

Wenn es denn Winter wird, muss ich mich wenigstens nicht l├Ąnger wegen der Weihnachtsdekoration in der Ecke schuldig f├╝hlen, die ich weder abzuh├Ąngen, noch wegzupacken geschafft habe.

Ich nehme an, ich werde etwas Herbstliches tun m├╝ssen, zum Beispiel mir eine bunte Seelenw├Ąrmer Jacke h├Ąkeln, um wirklich hier anzukommen.

Klingt kuschelig. Klingt wie ein Plan.

 

(*privat: nicht zum Arzt)

 

 

 

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­čç║­č窭čçČ­čçž Autumn Blues

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Somehow autumn came, before I managed to get my fair share of summer.

I used to love summer. I’d go on long walks, go swimming or meet with friends for music sessions somewhere outdoors.
This summer I managed to be out privately* for a couple of hours, when the Health Food Store, close to where I live, was celebrating it’s 30th anniversary. I was elated to see some trees and mutual friends.

I am grateful for it, I really am. But there is a longing for more summer, celebration and trees in my soul, that is nearly feels like greed. It is like a wild animal. It can’t be tamed.

Now that autumn is here with it’s rain showers, storms and beautiful colours, I feel melancholy creep up on me.
I used to love autumn and less heat should do me some good too, healthwise. Maybe.

I still feel like I am lacking a whole lot of summertime bliss. And I can’t even distract myself with autumnal fun, as I am still very much stuck in bed. As usual.
I can hear the storm. That’s how I know, it is not summer anymore. And I noticed that I asked for my hot water bottle nearly as often as for my cool packs.
I had to ask more often in general. My body isn’t good with changing circumstances, doesn’t matter that it is just a change of season.

We’ll see if I can manage to get used to autumn, before it gets winter. I wouldn’t bet on that.
I used to love autumn.

And when winter comes around, I’ll at least be able to no longer feel guilty for the christmas decoration in the corner, I couldn’t manage to take off and put away.
I figure I’m going to have to do something autumnal, like crocheting myself a colourful soulwarmer shrug, to place myself there.

Sounds cosy. Sounds like a plan.

(*privately: not to the doctors)

 

 

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­čçę­čç¬Verlust und Gewinn

 

IMG_9986Bevor ich meine Diagnose bekam, wurde ich durch das Gesundheitssystem geschleust und die meisten ├ärzte sagten, “wahrscheinlich psychogen” , anstatt mir zu sagen, dass sie keine Ahnung hatten, was mir fehlte.

Mit der Annahme dieses fehlerhaften Geistes, der mich so krank machen sollte, f├╝hlte ich mich angegriffen im Sinne von Victim Blaming.
Einige ├ärzte schafften es sogar, mir Therapieunwilligkeit zu bescheinigen, weil ich weitere Klinikaufenthalte ablehnte, nachdem ich zuvor einen psychosomatischen Klinikaufenthalt absolviert hatte. Unn├Âtig zu sagen, dass ich mit ME kr├Ąnker entlassen wurde als aufgenommen. Auch wenn ich das Gl├╝ck hatte, eine Klinik zu erwischen, in der man begriff, dass ich durch meine k├Ârperliche Schw├Ąche nicht fit genug war f├╝r das volle Therapieprogramm.

Die Ärzte, die sich meiner psychischen Macken so sicher waren, fragten mich oft nach dem Krankheitsgewinn. Schlecht informierte Mitmenschen ebenso.
Doch neben des Gewinns einiger guter Online Freunde, gibt es da nicht viel.

Aber der Verlust ist riesig.
I verlor meine Gesundheit, meine k├Ârperliche Unversehrtheit, ich verlor die F├Ąhigkeiten, die n├Âtig w├Ąren, meiner Berufung zu folgen. Ich verlor meine Karriere.
Ich verlor die M├Âglichkeit, Kinder zu bekommen und sie aufwachsen zu sehen.
Ich verlor die F├Ąhigkeit vielen meiner Hobbies nachzugehen, meinen Leidenschaften.
Ich verlor mein Sozialleben, weil die meisten Beziehungen rasch erkalten, wenn du nicht mehr in der Lage bist, sie durch Treffen oder gemeinsames Engagement zu pflegen. Sogar die F├Ąhigkeit ├Âfter anzurufen oder SMS zu schicken.

Da ist noch was, was meinen K├Ârper betrifft. Ich vermisse wirklich, wirklich, einfach ok zu sein.
Die vielen Sorten Schmerz, Paraesthesien und das Unwohlsein, die ich in jedem wachen Moment sp├╝re, sind etwas, mit dem ich rechnen muss, fast wie eine Aufgabe auf der To Do Liste.
“Mit Schmerz Umgehen” frisst einen gro├čen Teil meiner Energie.

Ich verlor die Unbeschwertheit des gesunden Menschen, der ich einmal war. Ich tat vieles mit zu wenig Genuss und Bewusstheit ; ich nehme an, wissend, dass ich es, wenn ich es wollte, noch- und nochmals machen konnte.
Nun kann ich den gr├Â├čten Teil dessen, was ich tun will, nicht mehr. Nicht auch nur ein einziges mal.

Falls mein Gesundheitszustand mal einen Ausflug erlaubt, vielleicht eine Spazierfahrt in den Park, der nur einige hundert Meter entfernt ist, f├╝hle ich mich wie ein Staubsauger. Ich sauge alles auf, voller Angst, etwas Kostbares zu ├╝bersehen, ein Ger├Ąusch, einen Geruch, Farben die ich voraussichtlich f├╝r lange, lange Zeit nicht zu Gesicht bekommen werde.

Wo ich grade meine Verluste staple; ich habe da noch von einem schweren zu berichten.
Ich habe einen riesigen Teil meiner geistigen Kapazit├Ąt eingeb├╝├čt.
Mein Erinnerungsverm├Âgen ist schwer beeintr├Ąchtigt. Beide, Merkf├Ąhigkeit und die F├Ąhigkeit Inhalte aus dem Ged├Ąchtnis aufzurufen, funktionieren nicht mehr all zu gut, falls ├╝berhaupt.

Meine Konzentration und Aufmerksamkeit sind denen eines ADHS Patienten recht ├Ąhnlich.
Ich verstehe den Inhalt eines Gespr├Ąchs nur, wenn ich aktiv zuh├Âre. Es ist eine Anstrengung, Energie, die ich aufbringen muss.
Falls mein Mann pl├Âtzlich etwas sagt, erkenne ich nicht mal einzelne Worte. Das ist ziemlich be├Ąngstigend.
Und ich nehme an, st├Ąndig gefragt zu werden, etwas zu wiederholen, muss ihn auch ziemlich nerven.

Ich wirke sogar wie jemand mit Diskalkulie, nur dass meine nur gelegentlich auftritt. Es passiert, wenn meine Merkf├Ąhigkeit so schlecht ist, dass ich mir nicht mal eine Zahl kurzfristig merken kann, wodurch jede mathematische Operation nat├╝rlich schon von vorne herein zum Scheitern verurteilt ist.
Ich war mal ziemlich gut in Mathe. Damals.

Manchmal f├╝hle ich mich auf der Schwelle dazu, mich selbst zu verlieren.

Hey du da, ja der, der mit mit ├╝ber Krankheitsgewinn reden will. Get lost!

 

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­čçČ­čçž­čç║­čçŞLoss and gain

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Before I got a diagnosis, I went through the medical system, where most doctors said, “most likely psychogenic” instead of telling me, that they just had no idea.
With this suspected faulty mind, causing me to be so ill, I felt insulted, in the sense of victim blaming.
Some doctors managed to even diagnose me with unwillingness to seek treatment, as I refused any more psychosomatic inpatient stuff after having sought treatment before. Needless to say, that with ME, it made me more ill, even though I was lucky and the clinic respected, that I wasn’t fit for the whole therapeutic programm, due to my weakness.

Doctors sure of my mental flaws, often asked me about morbid gain.
Uneducated people did too. But besides having “gained” a few online friends, there really isn’t anything else.

But there is a huge loss.
I lost my health, my ablebodiedness, I lost being able to follow my calling, lost my carrier. I lost the possibility of having children and watch them grow up.
I lost the ability to follow many of my passions, my bliss.
I lost my social life, as most relationships grow cold fast, when you are unable to sustain it by meeting up, engaging in stuff, even being able to call or text frequently.

There is another thing about my body. I really, really miss being ok. The many types of pain, parasthesia and discomfort I feel every waking moment, are something I have to take into account, like some kind of a a chore. Dealing with pain uses up a huge chunk of my energy.

I lost the carelessness of the healthy person I was. I did most things with too little appreciation, I guess, because of knowing that I could do it again and again, if I wanted to.
Now I can’t do most of the things I want. Not even once.

If the state of my health allows an outing, maybe going to the park, a few hundred meters from here, I feel like a hoover, taking everything in, scared to miss something precious, a sound, a smell; colours that I won’t get to experience any time soon.

Stacking up my losses, I still have a heavy one to report. I lost a huge part of my mental capability. My memory is severely affected. Both, making and retrieving memories, doesn’t work too well, if at all.
My concentration and attentiveness are pretty close to somebody with ADHD.
I only understand the content of a conversation, if I actively listen. It’s an effort I have to make. If my husband says something out of the blue, I don’t even recognise the words. That is pretty scary. And I guess, being asked to repete stuff must be annoying for him too.
I even seem like someone with dyscalculia, just that mine waxes and wanes. It comes on, when my memory is too bad to keep a number in mind, so every mathematical operation is damned from the start.
I was pretty good in math back then.

 

I sometimes feel on the brink of losing myself.
So the next one wanting to talk to me about mortal gain should just get lost!

 

 

 

 

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L├Ąngs der wei├čen Wand

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L├Ąngs der wei├čen Wand – anl├Ąsslich des Severe┬áME Day

Meine Freundin Hanna Seidel, die schwer an ME erkrankt ist, ist die einzige Freundin mit ME, die ich schon kannte, als ich noch gesund war. Wir waren fr├╝her zusammen im kirchenmusikalischen Umfeld unterwegs. Ich habe noch immer eine Karte, die sie mir schickte. Vorne ist ein Photo aufgeklebt, Hannas zarte, aber kraftvolle H├Ąnde auf dem Orgel Manual. Hannas Talent, ihre Passion und ihr Traum.

Als ich fortzog, riss der Kontakt ab. Lange nachdem ich erkrankte, habe ich Hanna wiedergefunden. Sie, ihre Familie und ihr Mann sind Gr├╝ndungsmitglieder und/oder Assoziierte der Lost Voices Stiftung, die Aufkl├Ąrungsarbeit leistet und vor Kurzem Stipendien an Nachwuchsmediziner vergeben haben, die ihnen z.B. die Reise zu einem internationalen ME Kongress erm├Âglichte.

Wie Hanna, habe auch ich viel verloren. Die Musik, das Gef├╝hl, mein Potenzial entfalten zu k├Ânnen, Bewegung, Schmerzfreiheit, Ereignisse, die die Gleichf├Ârmigkeit der Krankheit durchbrechen.

Hanna hat ├╝ber all das geschrieben. Zum┬á8. August 2017 sind alle 9 Teile auf Youtube verf├╝gbar, gelesen von Robert Gregor K├╝hn. Robert ist Schauspieler, S├Ąnger und Moderator.

Mich ber├╝hrt der Text sehr und ich finde mich in Vielem wieder. Ich hoffe, dass er viele erreicht, die nicht wissen, wie es ist, von einer Krankheit aufs Abstellgleis geschoben zu werden und um Hilfen und Erleichterungen, die einem gesetzlich zustehen, k├Ąmpfen zu m├╝ssen. Schwer Kranke k├Ânnen das nicht selbst. Es sind Partner, Familienmitglieder, Anw├Ąlte und Betreuer, die Widerspr├╝che formulieren, Zusammenh├Ąnge recherchieren und versuchen, das Schwere ein winziges St├╝ck leichter zu machen.

Jemand kennt dich, Hanna. Auch wenn ich nicht genau wei├č, wie du heute bist, habe ich dich in meinem Herzen und in meinem Leben. Ein Bettleben zwar. Aber auch das ist nicht Nichts. Ich sehe dich vor meinem inneren Auge, mit hochgesteckten Haaren und deinem sch├Ânen Kleid.

F├╝r mich pers├Ânlich ist deine ME Geschichte wirklich der Inbegriff dessen, was die Krankheit f├Ąhig ist, zu nehmen und was der Welt verloren geht. Das ist gewiss in irgeneiner Art immer zutreffend, da Menschen ja alle Talente haben und viel mehr Potenzial, als sie am Ende nutzen. Aber eines deiner sehr, sehr gro├čen Talente, ist eben konkret wahrnehmbar und daher f├Ąllt die Stille deutlicher auf.

Simone und Alex sind grade auf der kirchenmusikalische Werkwoche des Institut f├╝r Kirchenmusik. Ich erinnere mich, wie wir uns dort zum ersten mal trafen. Du warst mir sofort sympatisch. Und es hat mich umgehauen, dir beim Orgelspiel zu lauschen. Das war ein fast ├╝bernat├╝rlicher Moment damals. Du wirktest so zart und eher leise. An der Orgel sprudeltest du ├╝ber, kraftvoll und laut. Die Phrasen waren wie ein Tanz und die T├Âne und Kl├Ąnge Farben. Pointillistische Tupfer oder impressionistische Farbfl├Ąchen. H├Ârbare Sch├Ânheit, die berauschte.

Dein Text zeigt mir, dass du eine Frau vieler Talente bist. Auch deine Beharrlichkeit ist noch intakt. Das ist gut zu wissen und d├Ąmpft meinen Schmerz ein winziges bisschen. Denn da ist immernoch diese grausame Krankheit. Aber es ist ein kleiner Trost, dass ich glaube erkennen zu k├Ânnen, dass du all das besitzt, was es braucht, trotz alle dem weiter zu leben. Mit Gl├╝cksmomenten hier und da.

Mein Wahlbruder Alfons hat mich einmal eingeweiht in die griechische Mythologie und die zwei Arten, Zeit zu bemessen. Da gibt es zun├Ąchst Chronos, den Gott der chronologischen Zeit, der mit der Uhr, auch Chronometer genannt, messbaren. Sie basiert auf einem Ablauf an Erlebnissen, die nacheinander in genau bestimmbaren Zeitr├Ąumen passieren.

F├╝r mich f├╝hrt die Krankheit zu einem Zusammenbruch der chronologischen Zeit. Ich kann zwar durch die Ritzen des Rollos erkennen, ob Tag oder Nacht ist. Doch ich wei├č fast nie den Wochentag, weil er keine Relevanz mehr hat. Alles ist gleichf├Ârmig.

Der andere Gott der Zeit ist Kairos. Er ist Chronos Enkel. Seine Zeit ist der g├╝nstige Augenblick, der ewige Moment des Gl├╝cks. Das absolute Jetzt. Keine Uhr der Welt kann ihn messen, den Kuss, in den man sich hineingibt, als w├╝rde er nie enden.

Diese Zeit habe ich noch. Zwar sind diese Kairos Momente selten, meine Kraft reicht nicht weit. Aber ich sammle sie f├╝r eine kleine chronometrische Ewigkeit und dann kommt er und ich sauge ihn auf, bis meine Seele so voll ist, dass ich sicher sein kann, durchzuhalten bis zum n├Ąchsten mal.

Ich w├╝nsche dir, dass du immer mehr solcher Momente haben kannst, die deine Sehnsucht ein bisschen stillen. Danke f├╝r deinen Mut und deinen Text. Ich hoffe, er erreicht viele. Die Kranken werden sich verstanden f├╝hlen und die Gesunden werden eine Vorstellung bekommen davon, wie es ist, aus dem gerissen zu sein, was man zuvor als sein Leben betrachtet hat.

Ich nenne mein Dasein wieder Leben, auch wenn es oft Phasen gibt, die besser mit Existieren zu betiteln w├Ąren. Aber da ich nur dieses eine habe, will ich es als solches behandeln und jede g├╝nstige Gelegenheit nutzen, sei sie auch noch so klein. Zum Beispiel einen Gedankenspaziergang wirklich genie├čen und mich freuen, dass die Gedanken sich heute willig aneinanderreihen, statt sich wie oft zu verknoten.

Meine wei├če Wand ist ein graues Tuch, das ein Regal verh├Ąngt. Eine wei├če Zimmerdecke habe ich auch. Sie durchzieht ein tiefer Riss. Ich finde, sie passt zu mir.

Alles Gute, Hanna, du gr├╝ner Trieb. Ich erdenke Sterne f├╝r deinen Himmel. Es ist so sch├Ân, dass es dich gibt!

 

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