The MEmis – Die MEmis

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Photo ©Angela Kather

🇩🇪MEmis heißen MEmis, weil ich und die Freundin, der der Name in den Kopf kam, eine Krankheit haben, die ME heißt. Das steht für Myalgische Enzephalomyelitis. Information auf deutsch ist in Arbeit.

📄➡️Das ist ME

🇬🇧🇺🇸MEmis are called MEmis because my friend who came up with the name and I have an illness called ME. This stands for Myalgic Encephalomyelitis. If you want to now more about it, you can have a look at the information I put together.

📄➡️That’s ME

🇩🇪Die MEmis

Entstehungsgeschichte der kleinen Häkelwichte

Die Geschichte der MEmis ist der lebendige Beweis dafür, dass etwas Schönes gelegentlich ganz unbeabsichtigt passiert. So kamen die MEmis in die Welt. Sie wollten offensichtlich geboren werden.

Durch meine Myalgische Enzephalomyelitis (ME G93.3) bin ich meist bettlägerig oder doch zumindest hausgebunden.

Das führte zu einem akuten Erlebnismangel, der mir Leid verursachte, weil ich das Leben liebe, die Natur, Pflanzen, Tiere, Menschen. So entstand in einem verrückten Moment die Idee, einen Stellvertreter zu erschaffen. Nein, ich hatte nicht vor, private Klonexperimente zu beginnen, davon halte ich nicht viel. Ich wollte vielmehr das Konzept der Voodoo-Puppe umdrehen. Es sollte also ein kleines Püppchen sein, das in der Jackentasche meines Mannes mitkommt, wenn er Besorgungen macht. Mein Mann wollte es dann in Alltagssituationen oder auch schönen Momenten fotografieren und mir, sobald er wieder zuhause ist, die fotografische Ausbeute präsentieren.
Ich überlegte kurz und entwarf darauf ein gehäkelte, schlichtes, blaues Wesen, das optisch entfernt an ein Dreizehenfaultier erinnert. Diesen Tieren fühle ich mich irgendwie verbunden. Sie werden als faul bezeichnet, dabei sind sie genau so schnell wie ihr Energiestoffwechsel. So ähnlich wie ich.

Diese Dreizehenfaultiere heißen in Wissenschaftler Latein Bradypus. Da ich plante, ein paar Bildern mit wohltuenden Spruchbotschaften aufzupeppen, nannte ich den kleinen Kerl Bradipuzius.

Bradypus mit einem Hauch Konfuzius.
Und so geschah es. Ein paar Wochen reiste Bradipuzius in der Tasche meines Mannes und ich bekam Bilder von ihm mit Blumen, seltsamen Verbotsschildern und verrosteten Bahnübergängen. Es gab immer viel zum Freuden und Lachen.

So kam es, dass ich so ein Bild auf meiner Facebook Chronik teilte. Unter meinen Freunden sind viele, die an ME leiden. Es folgte eine Welle der Begeisterung und die spontane Namensgebung der Gattung durch eine liebe Freundin. Sie rief aus: (Soweit man das innerhalb einer Online Unterhaltung sicher beurteilen kann.)

“Das ist ja ein MEmi!” Und so war es. Es war eindeutig ein MEmi, noch das einzige seiner Art.

Doch die Anfragen trafen ein. “Kannst du mir auch einen machen?” “Oooh, süß, ich möchte bitte auch einen.”
Also häkelte ich bis die Nadel glühte. Die frühen MEmis sind ein bisschen so, wie frühe Zeichnungen von Mickey Mouse oder Snoopy. Schlichter, rauher irgendwie. Und ziemlich nackt. Haarlos und ohne Kleidung oder Accessoires.

Aber schnell zeichnete sich ab, dass ich die kreative Herausforderung als Teil der Aktion sowohl sehr genoss, als auch brauchte, weil wir eben nicht gleich sind. Wir haben eine Krankheit gemeinsam.

Die MEmis wurden daher schnell “more sophisticated”. Sie bekamen Frisuren und Kleidung um Vorlieben oder Eigenschaften der zukünftigen Besitzer abzubilden.
Da mit mehr MEmis auch die Chance auf mehr schöne Bilder erhöht war, entstand eine Facebook Seite, wo man Bilder posten kann. “Die MEmi Philosophie”

Diesen Namen wählte ich, nachdem ich sehr oft gefragt wurde, was man mir denn dafür geben sollte/dürfte. Ich wollte dafür nichts haben, weil ich es mag, dass Liebesgaben kein Tauschhandel sind, sondern größere Kreise ziehen. In meinem Leben gab es schon oft große Geschenke an mich, gegeben von Menschen, die sahen, dass ich etwas brauchte. Gegeben, ohne eine Gegenleistung zu fordern.

Und es ist schön etwas auf diese Art zu geben und auch, etwas auf diese Art zu erhalten.

Daher habe ich alles abgelehnt. Die hartnäckigsten Rückzahler haben aber schon hin und wieder Briefe mit Portogeld oder Päckchen mit Baumwollgarn Spenden geschickt. Aber das ist ausdrücklich nicht nötig.

MEmis werden geschenkt.
Nachdem Bradipuzius, heute meist zärtlich Bradi gerufen, im Sommer 2014 entstand, kamen im ersten Jahr 31 MEmis dazu, davon leben 28 in Deutschland, die anderen in der Schweiz. Einer wurde auch, vermutlich vergeblich, an die zwangspsychiatrisierte Karina Hansen nach Dänemark geschickt.

Kurz darauf reisten drei MEmis nach England.

Nicht alle gingen an ME Erkrankte, in Einzelfällen auch an Gesunde, sonst irgendwie chronisch Kranke oder Angehörige. Die habe ich dann intern als AusnahMEmis bezeichnet.
Bis heute sind es ungefähr 90 MEmis. Da ich immer wieder motorische Totalausfälle habe, ist eine durchgängige Nachproduktion natürlich nicht gewährleistet, obwohl ich ständig Menschen kennenlerne, die meiner Auffassung nach offensichtlich unbedingt ein MEmi brauchen. Aber so ist das, mal klappt es, mal nicht. Und ich gehöre nicht zu den Menschen, die die Erfüllung in stetigem quantitativem Wachstum finden.
Die öffentliche Facebook Seite ist etwas seltener frequentiert, weil die aktivsten unter den MEmi Besitzern in einer geschützten Gruppe Bilder teilen. Nicht jeder will der Öffentlichkeit sein Schlafzimmer oder auch Familienangehörige präsentieren.

Aber die MEmi Community bereichert sich bis heute aktiv gegenseitig. So kann der eine Waldspaziergang im Jahr uns andere mit beglücken und ein Häkelwicht im Moos uns ein Grinsen ins Gesicht zaubern.

Und wir brauchen Leichtigkeit. Bitte reichlich!
MEmis haben ME Patienten Freude und Hoffnung gespendet und auch ein Verbundenheitsgefühl entstehen lassen. Sie haben als Botschafter fungiert, weil man als Erwachsener, der in der Öffentlichkeit grinsend Bilder mit Häkelpüppchen schießt, doch öfter gefragt wird, was es damit auf sich hat.

Und aus dem Stellvertreter ist ein Multiplikator geworden. Ganz aus Versehen.

🇺🇸🇬🇧The MEmis

Genesis of the little crochet dolls

The story of the MEmis is living proof that something beautiful sometimes enfolds unpurposefully.

That’s how the MEmis came into this world. They were obviously asking to be born.

Due to Myalgic Encephalomyelitis (ME G93.3) I am mostly bedbound or at least housebound.

This lead to an acute lack of experience which gave me alot of grief, because I love life, nature, plants, animals, people. So during a crazy moment I got the idea of creating a surrogate.

No, I didn’t plan on making private clone experiments, I am not too fond of them anyways.

Instead I wanted to somewhat reverse the concept of voodoo dolls. I wanted it to be a small doll which would accompany my husband in the pockets of his jacket, when he is out, running errands.

My husband was ok with photographing it publicly in random situations or beautiful moments and coming home with his photographic yield to present it to me.
I thought about it briefly and designed a crocheted, unpretentious, blue creature, that remotely reminded me of a three toed sloth. I feel somehow connected to these animals. They are considered lazy, but in fact they are as fast as their energy metabolism. Pretty much like me.

These three toed sloths are called bradypus in scientist’s latin. As I planned to pimp some of the pictures with refreshing sayings and quotes, I called the little one Bradipuzius. Bradypus with a hint of Konfuzius.
And this is how it happened. For a few weeks, Bradipuzius travelled withing the jacket pocket of my husband and I got pictures of him with flowers, strange prohibition signs and railroad crossings.

There was plenty of happiness and laughter.

That’s why I shared one of those pictures on my Facebook chronic. Amongst my friends there are many who suffer from ME. What followed was a burst of enthusiasm and the spontaneous naming of the species. A friend shouted out: (As far as I could judge that precisely within an online communication.) “Wow, it’s a MEmi!” And that’s what it was. It obviously was a MEmi, still the only one of it’s kind. But the requests kept pouring in. “Could you make one for me?” “Awww so cute, I’d love to get one too.”
Therefor I crocheted relentlessly. The early MEmis are a bit like early drawings of Mickey Mouse or Snoopy. Homebred and somewhat rough. And quite naked. Without hair and without clothes and accessories.

But it became apparent fast, that I enjoyed the creative challenge as part of the process alot and I needed it, because we are actually not that alike. We have an illness in common.

Because of this the MEmis became “more sophisticated” quite early on. They got hairdos and clothes to portray the preferences or features of their future owners.
For more MEmis meant more picture, I developed a Facebook page, where everybody could post pictures, “Die MEmi Philosophie”.

I chose this name, after being asked numerous times, what one could/should give me for receiving one. I didn’t want anything in return, becaus I enjoy it alot that gifts of love are not bartering, but spread themselves out. I received big gifts several times in my live given by people who saw that I was in need of something. Given without expecting counterperformance.

And it is a beautiful thing to give something in this manner. And also to receive something this way.
Therefor I rejected everything. Once in a while the most adamant back payers sent letters with stamps money or packages with donated cotton yarn. But I state expressively that there is no need for it.
MEmis are being given for free.
After Bradipuzius, nowadays affectionately called Bradi, came about in summer 2014, 31 more came to life during this first year, 28 delivered to Germany, the rest of them to Switzerland. One more was, very likely unavailingly, delivered to Karina Hansen, a young ME suffere, held in a psychiatric hospital against her will in Denmark.

Shortly after, three MEmis travelled to England. Not all of them were given to ME patients. In individual cases I also gave some to healthy people, chronically ill people, suffering from different illnesses and relatives. I called those internally “AusnahMEmis”, german pun including the word for exception and MEmis.
Up to now there are round about 90 MEmis. For I repeatedly suffer from loss of motor hand function, a constant production is never guaranteed, despite of me meeting new people who in my opinion are obviously in need of a MEmi. But that’s how things are. Sometimes things work out. Sometime not so much.

And I am not one of those people who measure success through steady quantitative growth.
The public Facebook page is a bit deserted right now, because the most active amongst all MEmi owners share their pictures within a protected Facebook group. Not everyone is keen on presenting his bedroom or his family members to the public.

But the MEmi Community up to now enriches each other’s lives actively. Therefor the one walk in the woods per year of one patient, can make us all happy and a funny crocheted creature on top of moss can make everybody grin.

For we need lightness. Plenty of it, please!
MEmis gave ME patients joy and hope and helped develop a sense of connectedness.

They served as ambassadors, because as an grinning adult shooting pictures publicly with a crochet doll, you get asked alot, what this is all about.

And the surrogat developed into a multiplicator. Just by accident.

 

It’s a MEmi’s World 🌎 One Very Blue Planet

 

FAQ MEmis

Impressum: Noa Sternberg,

c/o Wenneker & Wolny
Partnerschaft von Rechtsanwälten
Mundsburger Damm 61
22087 Hamburg, Germany

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